Trinkwasserversorgung im Notfall

Ebenso zur kritischen Infrastruktur (KRITIS), die nicht unterbrochen werden darf, gehört die Trinkwasserversorgung. Wasser ist das Stoff des Lebens, wir benötigen es täglich, es ist lebensnotwendig. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist für uns selbstverständlich. Wir können bedingt auf Strom verzichten, allerdings nicht auf das saubere Wasser, was wie selbstverständlich auf dem Wasserhahn zu uns gelangt.

Woher es stammt und wie dieses zu uns gelangt, darüber machen wir uns keine Gedanken. Was allerdings, wenn es keine Trinkwasserversorgung mehr gäbe?

Stromversorgung, Trinkwasserversorgung und Gasversorgung gehören zusammen. Ohne Strom keine Trinkwasserversorgung. Und ohne Strom keine Gasversorgung bzw. Gasheizung, denn die Heizungs-Pumpe benötigt Strom.

Für die zivilisierte Welt gehört Strom dazu. Fällt der Strom weg, kann kein Trinkwasser transportiert werden.

Trinkwassergewinnung

Woher stammt eigentlich unser Trinkwasser? 

[...]Trinkwasser ist ein Naturprodukt und wird zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Zu 13 Prozent wird See-, Talsperren- oder Flusswasser direkt genutzt. Die übrigen 17 Prozent sind ein Mittelding: ursprünglich Oberflächenwasser, aber durch eine Bodenpassage oder Uferfiltration fast wie Grundwasser. [...] 46

Das Trinkwasser in Deutschland wird aufbereitet, gefiltert, desinfiziert etc., bevor es in das Versorgungsnetz gepumpt wird. Gesetze und Verordnungen regeln diese Aufbereitung.

Kurzfristiger Ausfall der Trinkwasserversorgung

Wie bei der Stromversorgung, können auch in der Trinkwasserversorgung Ausfälle geschehen, bedingt durch technische und menschliche Ursachen als  Störung. Allerdings sind die Ausmaße des Trinkwasserausfalls gefährlicher für die Gesundheit der Betroffenen. Ein Krankenhaus, ein Altenheim ohne Trinkwasserversorgung wird ganz schnell zu einem Problem.

Technische Störungsursachen könnten ein Pumpenausfall sein, der Bruch einer Versorgungsleitung, menschliche Ursachen eher der berühmte Bagger, der die Wasserleitung durchtrennte. Diese Art Störungen sind schnell behoben, mal wird der Versorgungsweg “umgestellt”, mal muss etwas gewartet werden, bis die Leitung “geflickt” wurde. Das sind die kurzfristigen Ausfälle im Alltag, die wir gewohnt sind. Zuständig hierfür ist der örtliche Trinkwasserversorger.

Trinkwasserversorgung beim Blackout

Solange der Strom fließt, pumpen die Druckerhöhungsanlagen des örtlichen Wasserversorgers auch das Trinkwasser durch die Wasserleitungen, wird das Rohwasser aufbereitet - und werden auch die Abwässer in den Kläranlagen gereinigt und aufbereitet; dies alles ist das Wasserver- und -entsorgungsnetz.

Langfristiger Ausfall des Wasserversorgungsnetzes

Fällt der Strom weg, steht das Wasserversorgungsnetz still. Es wird nur noch das Trinkwasser in den Leitungen transportiert, das in den Wassertanks des örtlichen Wasserversorgers enthalten ist, in Düsseldorf sind dies drei Tage. Das ist je nach Wasserversorger gänzlich anders. Bei einigen hört der Wassertransport sofort nach Stromausfall auf, bei anderen stellt der Stromausfall gänzlich kein Problem dar, zum Beispiel bei Stauseen etc., bei dem das Wasser direkt in die Wasserleitungen fließt - allerdings ohne Wasseraufbereitung.

Allerdings ist es gesetzlich Massgabe in Deutschland, dass die Trinkwasserversorgung jederzeit sicherzustellen ist. Dies ist eine staatliche Aufgabe; dies nennt sich “Sicherheit der Wasserversorgung”.

Diese Sicherstellung der Wasserversorgung beruht auf drei Grundsäulen:

  • Öffentliche Wasserversorgung:

leitungsgebundene Normalversorgung

  • Katastrophenschutz:

leitungsungebundene Notversorgung

  • Bevölkerungsschutz:

Notversorgung aus autarken Notbrunnen

Versorgung im Verteidigungsfall

Gehen wir diese drei Grundsäulen der Wasserversorgung einzeln durch. Als erste Grundsäule haben wir das, was uns täglich gegenübersteht:

Erste Grundsäule

Wir beziehen unser tägliches Trinkwasser durch Versorgungsleitungen des örtlichen Wasserwerkes, in Düsseldorf sind dies die Stadtwerke Düsseldorf. Es existieren derzeit in Deutschland 4.807 Wasserversorgungsunternehmen.¹ Diese sind gesetzlich verpflichtet, jederzeit die geregelte Trinkwasserversorgung auf unterster Ebene sicherzustellen.

Ferner müssen diese Notfallpläne entwickeln, um eine Störung jederzeit geeignet begegnen zu können. Gelingt es in einem Katastrophenfall nicht mehr, Trinkwasser in gesetzlich vorgeschriebener Art und Weise zu befördern, müssen die Wasserversorgungsunternehmen in Nachbarschaft des Störereignisses einspringen, um das betroffene Gebiet zu versorgen; hierzu stehen 120 Verbundleitungen der Wasserversorger zur Verfügung.

Eine kleine Anmerkung: Es wurde die Meldung verbreitet, dass ein Wasserversorger im Ost-Sauerland/NRW die Trinkwasserversorgung wegen einer Trockenheit nicht mehr sicherstellen könnte und daher die Bevölkerung Wasser sparen muss. Das ist natürlich anhand dieser Tatsache oben reine Panikmache und sachlich unwahr.

[...] “Der Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen bittet alle Anschlussnehmer der Gemeinden Löhne, Bad Oeynhausen und Hüllhorst sowie des Wasserbeschaffungsverbandes des Amtes Hartum um sparsamen Umgang mit der Ressource Trinkwasser.

Aufgrund niedriger Grundwasserstände infolge des trockenen Winters und der derzeit überdurchschnittlichen Temperaturen könne der enorm hohe Wasserbedarf nur sehr schwer gedeckt werden.

Ein kurzfristiger Versorgungsengpass könne nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere das Wässern von Rasen und Pflanzen, Befüllen von Pools oder dergleichen sollte unterbleiben.”[...]²

Weiter im Text. Gelingt auch dies nicht mehr, weil das Trinkwasser nicht mehr gesetzlichen Mindestansprüchen an Reinheit entspricht, folgt die zweite Grundsäule:

Zweite Grundsäule

Wie in der ersten Grundsäule sind auch in der zweiten Grundsäule die Länder und Kommunen für die Wasserversorgung als Daseinsvorsorge verantwortlich. Diese müssen die Trinkwasserversorgung jederzeit und überall sicherstellen. In der ersten Grundsäule wird das Trinkwasser leitungsgebunden - durch Leitungen - zum Verbraucher transportiert.

Gelingt dies nicht mehr, müssen der Kreis, Landkreis oder das jeweilige Bundesland nun sicherstellen, dass die betroffene Bevölkerung ihr benötigtes Wasser erhält. Dies wird nun durch Wasserschläuche, Kübelwagen oder Tankfahrzeugen erreicht.

Jede Transportmöglichkeit wird genutzt, um Trinkwasser an den Verbraucher zu transportieren, in der gesetzlichen vorgeschrieben Reinheitsform natürlich. Dazu gehört auch abgepacktes Wasser aus dem Supermarkt.

Das Problem ist nun, dass das damit gebundene Personal irgendwann an seine persönlichen Grenzen stößt, ferner, dass die Materialien nicht überall vorhanden sind, denn nicht jeder Kreis ist eigenständig in der Lage, auf Grundlage der zweiten Grundsäule die Versorgung sicherzustellen.

Im Osten Deutschlands ist diese zweite Grundsäule teils gänzlich unbekannt. 

Wenn diese Versorgungsform nicht mehr sichergestellt werden kann, greift der Bund als dritte Grundsäule ein:

Dritte Grundsäule

Kurz gesagt, der Bund öffnet seine 5.200 Notbrunnen, die sich vornehmlich in Ballungsräumen und Städten befinden. Die Lage dieser Notbrunnen sind geheim und werden der betroffenen Bevölkerung erst im Katastrophenfall genannt. Als kleiner Tipp, da diese Brunnen jederzeit sichtbar sind, achten Sie auf “Grundwasser-Mess-Stellen”.

Jeder Bürger, auch Pendler oder Besucher etc., hat Anspruch auf 15 L/Tag, geeignete Gefäße müssen Sie allerdings selber stellen.

Sie sollten also geeignete Eimer zu Hause vorrätig haben, am Besten noch ein Gerät zum Rollen, da 15 kg schwer zu transportieren sind, zumal die Notbrunnen auch kilometerweit entfernt liegen können (im ländlichen Raum). Das bereitgestellte Wasser ist kein Trinkwasser, sondern Grundwasser, so dass Chlortabletten hinzugefügt werden. Es kann allerdings nicht schaden, wenn Sie selber Chlortabletten vorrätig haben, um autark Wasser zu sammeln. 

Sie sehen, die Trinkwasserversorgung wird schwierig, es wird umständlich, sich das benötigte Wasser zu holen, aber zumindest eine Minimalversorgung wird geleistet.

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Als es dunkel wurde...
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