Katastrophen der Menschheit: Brand des Iroquois Theaters

Katastrophen geschehen nicht einfach. Sie sind meist eine Verwicklung von unglücklichen Umständen, technisches und menschliches Versagen, die sich zur Katastrophe steigern. So wie in diesem Fall. Mangelnder Brandschutz, gänzlich fehlende Feuerschutz- und -eindämmungsmassnahmen, ein Asbest-Vorhang, der keiner war und sodann orientierungslos herumstolpernende Menschen führten zur größten Brandkatastrophe des Jahres 1903 und Nordamerikas.

Das Iroquois Theater

Dieses Theater war der ganze Stolz Chicagos im Jahre 1903. Es war mehrstöckig und ganz mit Marmor und Mahagoni ausgestattet, brachte Platz für stolze 1700 Besuchern mit. Es war gerade fünf Wochen im Betrieb. Die Feuerschutzausrüstung war auf Stand der Zeit von 1903.

Feuereimer mit Wasser, Wasserspritzen zur aktiven Brandbekämpfung und ein neuartiger Aspestvorhang sollten einen Brand bekämpfen helfen. Der Aspestvorhang, feuerfest, sollte im Brandfall die Bühne vom Theater trennen. Doch am 30.12.1903 trat der Ernstfall ein, den Niemand für möglich hielt. Den das Theater galt als feuersicher.

Der Brand

Am 30.12.1903 wurde ein gut besuchtes Theaterstück gespielt. Ganze 1900 (!) Besucher sahen zu. Die Kulissen wurden handbemalt mit feuerempfindlichen Ölfarben und an Seilen und seidenen Bindfäden hoch gehalten, die am Beleuchtungsmast über der Bühne hingen. Schauspieler und der Chor waren gerade auf der Bühne, als ein Beleuchtungstechniker überrascht sah, wie eines dieser Halteseile für die Kulisse in der Nähe eines Scheinwerfers zu brennen begann. Dieser versuchte noch panisch, den Entstehungsbrand von Hand zu löschen, doch der Brand entwickelte sich und zog am Seil herunter zur Kulisse, die binnen Sekunden lichterloh brannte.

Die Katastrophe

Das Gebälk der Bühne fiel brennend herunter, die brennende Kulissen stürzte auf die Schauspieler und dem Chor. Diese eilten panisch zum Bühnenhintergrund, um sich dort in Sicherheit zu bringen. Arbeiter wollten den Asbestvorhang entfalten, der sich allerdings in seinen Rahmen verfing und nur zur Hälfte herunter gezogen werden konnte. Die Bühne stand lichterloh in Flammen.

Die Zuschauer hielten dies alles zum Spiel gehörig, als ihnen die Flammen entgegen schlugen. Panik und Hektik erfassten sie, sie eilten zu den Ausgängen, die sich allerdings nach innen öffnen ließen. Dutzende Menschen wurden an den Türen erdrückt und erstickten, wurden von der nachströmenden Menge erdrückt oder überlaufen. Mittlerweile stand die Bühne in Vollbrand, als irgendwo eine Tür geöffnet wurde, die frischen Sauerstoff in den Raum beförderte, was eine Feuerwalze von der Bühne zum Theater veranlasste. Die nun eng stehenden Menschen wurden von dieser Feuerwalze überrollt und standen in Flammen.

Glücklicherweise war die Feuerwehr rasch zur Stelle und konnte das Feuer bekämpfen. Tage später wurde bekannt, dass die Feuerschutzeinrichtungen gänzlich ungenügend waren, die Türen, statt wie gefordert nach außen, sich nur nach innen öffnen ließen, die Fenster vergittert waren. Selbst bei einem normalen Feuer würde diese Schlamperei Menschenleben fordern. Auch der Asbestvorhang, der die Ausbreitung eines Brandes verhindern sollte, bestand nicht aus feuerfestem Asbest.

Durch diese skandalösen Pfuschereien mussten 829 Menschen mit ihrem Leben bezahlen.

Dieser Brand war der größte in den VSA und Nordamerika zu dieser Zeit.

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