Als es dunkel wurde – Blackout in Deutschland: AKW

Bislang haben wir uns im Blackout-Fall lediglich über die eigene Versorgung in der Krise Gedanken gemacht und nach Lösungen gesucht. Allerdings droht bei einem europaweitem Blackout auch eine lebensbedrohliche Gefahr von ganz anderer Seite: den AKW!

Bevor Sie jetzt zu Kreischen beginnen, eine Erklärung:

Sie lasen viel darüber, dass jedes AKW “sicher” heruntergefahren könne, dies stimmt. Durch Absenken der Steuerstäbe in den Reaktor kann eine Notabschaltung des AKW gewährleistet werden. Allerdings benötigt ein AKW auch selber Strom von außen, um die geregelte Kühlung des Reaktors zu gewährleisten. Sie lesen hier richtig: Zwar produziert jedes AKW Strom nach außen, aber auch selber zur eigenen Kühlung. 

Fällt der Strom aus, muss das heruntergefahrene AKW jederzeit gewährleisten, dass für den  Reaktor und dem Abklingbecken - in dem der nukleare Abfall in Form der Brennstäbe gelagert wird - genügend Kühlung erfolgt. Hier springen Notsysteme an, um dies geregelt zu gewährleisten - bis von außen wieder die Stromversorgung erfolgt.

[...] ²Wenn ein Kernkraftwerk für immer vom Netz gehen soll, sind noch weitere Schritte notwendig. Denn die Brennstäbe bleiben auch in einem heruntergefahrenen Kraftwerk noch sehr heiß und müssen ein bis fünf Jahre in einem Abklingbecken außerhalb des Reaktors gekühlt werden. Nur damit kann ein Schmelzen der Brennstäbe und eine Freisetzung von Radioaktivität vermieden werden. [...]

Super-Gau bei Blackout

Eines dieser Notsysteme sind Dieselgeneratoren, die die geregelte Notkühlung mit Strom versorgen. Doch die Dieselvorräte reichen nur für drei Tage! Werden die Vorräte an Diesel nicht aufgefüllt, können die Diesel nicht weiterarbeiten, erfolgt die Kernschmelze.

Denn die Stäbe laufen heiß, dass Kühlwasser verdampft. Auch für diesen Fall gibt es ein Notsystem, dass ohne Strom für eine Notkühlung sorgt, aber das lediglich für zwei Tage.

Was heißt das?

Kann der Dieselnachschub für die Diesel eines AKW nicht gewährleistet werden, droht der Super-Gau in Form einer Kernschmelze. Durch sich an der Reaktordecke ansammelnden Wasserstoff birst der Reaktorblock und radioaktiver Dampf dringt in die Umwelt, der sich zu radioaktiven Wolke sammelt. Wir sahen dies bei Tschernobyl und Fukushima.

In Europa existieren insgesamt 74 AKW, aufgeteilt in:

¹ [...] 74 Kernkraftwerke in 17 Ländern mit 184 Reaktorblöcken am Netz

16 Reaktorblöcke in sechs Ländern mit einer Bruttogesamtleistung von 15.788 MW in Bau

101 Reaktorblöcke in 14 Ländern stillgelegt. [...]

Das bedeutet, dass derzeit 74 AKW auch bei einem Blackout mit Diesel für die Notstromgeneratoren versorgt werden müssen. Geschieht dies nicht, fliegen uns sicher ab dem fünften Tag die AKW um die Ohren. Eine Gefahr, die leider bislang nie bedacht wurde.

Denn das Problem lautet: Wie soll diese Versorgung mit Diesel geregelt erfolgen? Sicher, es gibt Treibstoffbunker, in denen genau für diesen Fall Diesel gelagert wird. Aber sind genügend Tanklaster mit Fahrer vorhanden? Liegen die Versorgungswege zum AKW frei oder müssen diese Versorgungstrassen erst umständlich von Autos etc. geräumt werden? 

In Deutschland wäre dies sicherlich zu gewährleisten, wir haben - glücklicherweise - nur wenige AKW, nämlich elf.4

Anders sieht dies in Frankreich aus. 80 Prozent der französischen Energie stammt dort aus AKW. Genau 58 AKW besitzt Frankreich ³. Davon der größte Teil in hügeligem Gelände. Es wird eine Herkulesaufgabe sein, all diese AKW regelmäßig mit Diesel für die Notgeneratoren zu versorgen. 

Allein die Anzahl der benötigten Fahrer (58 x 2= 116 sowie die gleiche Anzahl Fahrzeuge) wird ein riesiges Problem darstellen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass einige AKW in die Luft fliegen und einen sehr großen Teil Europas mit dem radioaktiven Fallout verseuchen werden.

Was unternehmen?

Auf Richtung Süden oder Richtung Osten. Der Fallout wird mit dem Wind nach Nord-Ost wehen, meiden Sie NRW, Niedersachsen, Saarland und Ostdeutschland. Flüchten Sie zur Schweiz, Liechtenstein oder Österreich, in die Berge!

Ich hoffe wirklich, dass dieses Gedankenspiel nicht eintreten wird, denn Sie werden es wahrscheinlich nicht mitbekommen, wenn es geschieht. Auch müssten Sie zu Fuß flüchten, mitsamt allen Vorräten. Ich werde mich hierzu noch schlau machen.

Beten wir, dass dieses Szenario nicht eintreten wird!

¹Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernkraftwerke_in_Europa

²https://www.focus.de/politik/deutschland/atomausstieg/wirtschaft/tid-21694/atomkraftwerke-was-passiert-mit-stillgelegten-reaktoren_aid_609378.html

³ https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_in_Frankreich

4 https://proteus-solutions.de/Proteus-News:Art.954590.asp

 jeweils abgerufen am 20.07.19 um 14.30 h

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  In Deutschland sollen nach Willen der Grünen sämtliche Kohle- und Atomkraftwerke bis 2030 abgeschaltet werden. Sie sollen durch Alternative Energien gänzlich ersetzt werden. Doch können Alternativen Energien die alten Kraftwerke an Leistung gänzlich ersetzen?

Oder werden hier berechtigte Fragen der Netzsicherheit ungeachtet über Bord geworfen? Welche Gefahren drohen uns durch  Alternative Energien?

Der Autor beleuchtet das Themengebiet gänzlich aus einem anderen Blickwinkel und zeigt Gefahren auf, die uns ab 2030 - auch bereits heute - drohen könnten.

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