Weil sie Deutsche sind – Der Kieler Matrosenaufstand am 09.11.19184 min read

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Der 9. November besitzt in der deutschen Geschichte weitreichende Bedeutung. An diesem Tag traten im Laufe der deutschen Geschichte zahlreiche geschichtliche Ereignisse zu Tage, die zu einer tragenden Rolle führten. Wir erinnern uns an die sog. “Reichspogromnacht”, dem Mauerfall oder dem unbekannten Kieler Matrosenaufstand vom  09.11.1918.

Der Kieler Matrosenaufstand 1918 - zum Gedenken der Opfer

Oktober 1918. Der Erste Weltkrieg führt zu einer großen Hungersnot in Deutschland. Eisern wird “Durchhalten!” von der OHL unter Ludendorff und Hindenburg an die Soldaten und die Deutschen herausgegeben, doch weder die Soldaten noch die deutsche Bevölkerung wollen weiterhin in einem sinnlosen Krieg kämpfen, der längst verloren scheint. Diese Erkenntnis wirkt auch in der Obersten Heeresleitung unter Ludendorff und Hindenburg, doch der Anstand, die Ehre und die Moral verbieten es Beiden, einen entsprechenden Erlass zur Kapitulation durchzusetzen. Der Kaiser hatte sich seit Jahren aus der Militärpolitik herausgehalten. Doch ein Waffenstillstand schien unvermeidlich, um das sinnlose Gemetzel deutscher Soldaten an der Front zu beenden. Die Alliierten drängen darauf, die OHL wusste, dass Weiterkämpfen sinnlos war. Es gab keine Munition, die Frontversorgung war auf ganzer Linie bereits vor Wochen zusammengebrochen, die Lebensmittelversorgung der Soldaten und der Bevölkerung durch die englische Blockade zum Erliegen gekommen.

Die Marineleitung 10/1918

Doch diese Erkenntnis setzte sich nicht in der Marineleitung fort. Die Erkenntnis der Kapitulation in der OHL, die nach einer Formulierung suchte, die das Gesicht Deutschlands wahrte, prallte am Realitätsverlust der Marineleitung ab. Sie wollte in einer letzten Seeschlacht England besiegen, doch die Seeleute sahen in einer letzten Schlacht gegen England keinerlei Sinn mehr. Admiral Scheer erließ am 24.10.1918 einen entsprechenden Auslaufbefehl der deutschen Flotte, die seit Monaten tatenlos in den Häfen Kiel und Wilhelmshaven lagen. Zuvor war dem zuständigen Admiral von Hipper bereits am 22.10.1918 von Admiral Scheer ein entsprechender Auslaufbefehl mündlich erteilt worden, den dieser allerdings ignorierte und stillschweigend verweigerte.

Wilhelmshaven 1918

Doch die Wilhelmshavener Matrosen verweigerten sich dem Auslauf-Befehl! Sie weigerten sich, sinnlos in einer Seeschlacht gegen England zu sterben, denn der Krieg - sowohl zu Lande als auch zur See - war bereits verloren, dass wussten die Seeleute. Der Gegner England war zu mächtig, die deutsche Marine nicht kampferprobt. Die Matrosen wollten nach Hause. Das war Meuterei.

In Ignoranz der Wirklichkeit verlegte die Marineleitung daher einen Teil der Flotte ausgerechnet nach Kiel, um die offene Meuterei der Matrosen zu ersticken. Ausgerechnet Kiel, in einer Stadt, in der der größte Teil der Arbeiter auf Werften arbeitete, in der der größte Anteil von Matrosen stationiert waren.

Der Kieler Matrosenaufstand 1918

So kam es, dass die Kieler Matrosen sich mit dem meuternden Matrosen auf den einlaufenden Schiffen aus Wilhelmshaven solidarisieren, sich Matrosen anderer Schiffe im Hafen ihnen anschlossen. Die Meuterei wuchs zu einem Aufstand, dem sich weite Teile der deutschen Bevölkerung anschloss. Am 03.11.1918 kam es zu einer Konfrontation mit dem Militär, der von den Matrosen niedergeschlagen wurde.

Der Aufstand der Matrosen wurde im gesamten Land bekannt, die Nachricht vom Kieler Matrosenaufstand zog durch die Presse und wurde Mund zu Mund in allen Städten weitergetragen.

Die Nachricht vom Aufstand und der Meuterei erreichte auch die OHL - und dem deutschen Kaiser, die fassungslos waren. Sie hatten einen entsprechenden Befehl zum Auslaufen weder erteilt noch befürworteten sie die Eigenmächtigkeit der Marineleitung. Doch zum Gegensteuern war es bereits zu spät. Denn den Matrosen schlossen sich Soldaten des Heeres an - landesweit! Es kam zur Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten im gesamten Land.

Nachwirkungen

Bekanntlich kam es infolge der Aufstände zur Kapitulation der OHL, Reichskanzler Max von Baden übergab die Reichsführung an Friedrich Ebert.

Es bleibt nicht unerwähnt, dass sehr viele Matrosen, Arbeiter und Soldaten ihr Leben ließen, um zu verhindern, dass das Auslaufen und der sinnlose Kampf der deutschen Flotte gegen England noch weitere Millionen Tote in einem sinnlosen See- und Landkrieg bedeutet hätte. Ein Kampf, der den bereits für Deutschland verlorenen Krieg noch fortgesetzt hätte.

Einem Krieg, den Deutschland nicht wollte. Einem Krieg, der Deutschland aufgebürdet wurde. Einem Krieg, den Deutschland alleine aus Bündnistreue zu Österreich-Ungarn beigetreten war und der bereits zu Beginn der Kampfhandlungen für Deutschland verloren war.

Doch aus Ehre und Soldatentreue wagte es weder Ludendorff, Hindenburg noch der deutsche Kaiser, hier die Notbremse zu ziehen, aus Angst, ihr Gesicht vor der Welt zu verlieren.

Wir gedenken den Toten!

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