Diskriminierung Homosexueller in Deutschland: “Bester Freund”3 min read

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Obwohl Homosexuelle in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in der Gesellschaft akzeptiert werden und aus dem Schattendasein in das Licht der Öffentlichkeit traten, Rechte erhielten, wie Heirat, Steuerangleichung usw., treten allerdings versteckte Diskriminierungen im privaten und beruflichen Bereich der Betroffenen ein.

Markus (Name geändert) schildert seine Erlebnisse mit sog. “besten Freunden”:

“Es kommt im Laufe des Lebens eines Homosexuellen vor, dass sich dieser in seinen besten Freund verliebt, bzw. vom ihm schwärmt. Es ist nun einmal so, dass der beste Freund das Spiegelbild der “Beute” im sexuellen Sinne eines Homosexuellen ist, also genau der Typ Mann, den er sich auch als Partner wünscht. Nun ist jedem Homosexuellen bewusst, dass der beste Freund niemals im Leben als Partner in Frage kommt - da er auf Frauen steht.

Junge Homosexuelle ohne Erfahrung können dies nicht trennen  - also Wunsch und Realität - und begehen meist den folgenschweren Fehler, ihren hetersexuellen besten Freund als Partner anzusehen; mit meist sehr schlimmen Spätfolgen mit der Konsequenz, wenn sie auf keinen verständnisvollen besten Freund treffen, dass diese Freundschaft leider in die Brüche geht.

Vorgespieltes Verständnis eines “besten Freundes”

In meinem Fall, von dem ich berichten möchte, hatte ich einen besten Freund, der von meiner Homosexualität wusste und vorgab, hierfür Verständnis zu haben. Leider erkannte ich nicht, dass er sich über mich lustig machte.

In Runden mit “Freunden” war ich das Belustigungsobjekt der Anwesenden - “macht ihr auch Popoficken?”; “Geht ihr auch mit dem Finger in den Popo?”.

“Magst Du Popoficken?”.

All solche Sprüche. Ich versuchte beständig, diese für mich peinlichen Situationen zu retten, in dem ich dies als Spass abtat. Anfangs war es ja noch lustig, doch mit der Zeit wurden die Sprüche meines “besten Freundes” derber - zu meinen Lasten.

Der Geburtstag

Die Krönung des Ganzen war dann seine Geburtstagsparty. Zwischenzeitlich hatte ich einen homosexuellen Kumpel, wir waren in der Anfangszeit, verstanden uns gut und ich wollte meinen “Freunden” und meinem “besten Freund” den Partner vorstellen - auf dessen Geburtstagsparty.

Da jeder Anwesende seinen hetersexuellen Partner zur Feier mit brachte, war es für mich auch normal, meinen Partner ebenso mitzunehmen. Das Vorhaben war ein grosses Problem.

Denn mir wurde von der Freundin meines “besten Freundes” mit EMAIL (nicht persönlich, auch mein “bester  Freund” hatte nicht die Eier, es mir persönlich zu sagen, sondern schickte seine Freundin vor) mitgeteilt, dass ein schwuler Partner auf der Feier nicht erwünscht war. So etwas könne man im persönlichen Kreis (?) durchziehen, - jetzt kommt es - “...aber nicht auf einer Feier mit kleinen Kindern...”!

So. So. Jeder Anwesende durfte seinen Partner mitbringen, ohne dass die “kleinen Kinder” gefährdet waren, das war kein Problem. Aber wenn ein Homosexueller seinen Partner mitbrachte, wäre das unangemessen und eine Kindesgefährdung.

Was dachten die, was wir auf der Feier machen würden? Uns Abschlecken? Unsittliche Dinge durchführen?

Ich hatte ihm sehr deutliche meine Meinung mitgeteilt - ebenso unpersönlich per EMAIL. Die Reaktion war unglaublich. Auf satten 23 DIN-A4-Seiten (ausgedruckt) wurde mir quer über eine Seite mit Schriftgröße 34 (!) per Mail mitgeteilt, dass die Anwesenheit eines “weiteren Schwulen” auf der Party nicht erwünscht war.

Deutlicher konnte man nicht werden.

Die “Freundschaft” hatte ich sofort beendet! Darauf konnte ich verzichten.

Mein jetziger bester hetersexueller Freund

Ich habe jetzt einen neuen hetersexuellen besten Freund und fahre mit meiner Richtung, privat und sexuelle Identität strikt zu trennen, richtig. Er weiß nicht, dass ich homosexuell bin und ich werde es auch nie sagen, denn das ist meine private Angelegenheit.

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