Diskriminierung Homosexueller in Deutschland: Berichte 23 min read

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Obwohl Homosexuelle in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in der Gesellschaft akzeptiert werden und aus dem Schattendasein in das Licht der Öffentlichkeit traten, Rechte erhielten, wie Heirat, Steuerangleichung usw., treten allerdings versteckte Diskriminierungen im privaten und beruflichen Bereich der Betroffenen ein.

Homosexuelle

Homosexuelle dürfen gleich Hetersexuellen heiraten, Kinder adoptieren und erhalten auch Unterhalt vom geschiedenen Partner. Egal, wie man hierzu steht, treten Homosexuelle in die Gesellschaft. Obwohl ihnen gesellschaftlich zunehmend Rechte eingeräumt werden, sollte man auch im Jahre 2018 glauben, dass Homosexuellen keine Diskriminierungen widerfahren sollten. Doch dies ist ein Irrglaube!

Händchenhalten in der Öffentlichkeit und Offenbarung im Beruf

Wagen Sie es einmal, als homosexuelles Pärchen in der Öffentlichkeit Händchen zu halten. Sie werden als Betroffene sehr schnell lernen, dies nie mehr zu wiederholen. Die Reaktionen darauf können sogar in Schlägereien ausarten. Und wagen Sie es als schwuler Mann nicht, auf der Arbeit Ihre sexuelle Neigung zu offenbaren; es wird sehr schnell zu erheblichen Problemen führen:

Peter (Name geändert) berichtet darüber:

“Ich hatte sehr lange darüber nachgedacht, ob ich meinen Kollegen von meiner sexuellen Orientierung berichten soll. Das Klima war herzlich, mit einigen Kollegen traf ich mich auch privat. Sie alle glaubten, dass ich in einer hetersexuellen Beziehung sei. Ich hatte diesen Irrtum nie aus Angst vor Ausgrenzung korrigiert.

Nun kam der Tag, an dem ich einer Kollegin gegenüber mein “Geheimnis” offenbarte; das Ergebnis war anfangs positiv. Selbstverständlich sprach sich diese “Neuigkeit” im Krankenhaus, in dem ich arbeitete, herum. Die überwiegende Stimmung war dem Ereignis gegenüber positiv. Ich dachte schon, es überstanden zu haben.

Warum ich es tat? Nun, es ist sehr schwer, eine hetersexuelle Rolle zu spielen, wenn man homosexuell denkt. Man verleugnet sich selber, was eine sehr starke seelische Belastung darstellt.

Denken Sie einmal “verkehrt”: Sie müssen als Hetersexueller in einer homosexuellen Umgebung ihre homosexuelle Rolle spielen, um nicht negativ aufzufallen. Wie würden Sie fühlen und denken?

Doch das Gefühl, “es” überstanden zu haben, war ein sehr großer Irrtum, wie sich mittags in der Kantine zeigte. Wie immer setzte ich mich an den Tisch mit meinen männlichen Kollegen. Dies geschah bislang jeden Mittag so. Als ich mich dem Tisch mit meinem Essen näherte, merkte ich bereits, dass untereinander getuschelt wurde. Die Kollegen drehten sich zu mir um und schauten schnell wieder auf ihr Essen. Als ich den Stuhl zurückzog, um mich zu setzen, standen wie auf einem geheimen Kommando alle sofort auf und setzten sich geschlossen an einen Nachbartisch. Ich setzte mich an dem ersten Tisch - alleine! - und versuchte, diese Peinlichkeit irgendwie zu überspielen.

Diese Szene verfolgten Alle! Es war still im Raum. Wenige Sekunden später verfielen Alle in leisem Wispern. Meine Kollegen am Nachbartisch sahen zu mir herüber und flüsterten.

Ich tat so, als sei nichts geschehen und aß ruhig auf, stand dann auf, stellte den Teller zurück und verließ den Raum.

Unterweg traf ich einen homosexuellen Kollegen, der sich nur mir gegenüber offenbarte und ansonsten “hetersexuell” für die Kollegen war. Dieser verfolgte  dieses Schauspiel von draußen. Dieser “fand” meine Homosexulität irgendwie am ersten Tag schon heraus. Er sagte mir, dass er deshalb, was in der Kantine mit mir geschah, dies niemals auf der Arbeit offenbaren würde.

Meine Offenheit den Kollegen gegenüber war ein sehr großer Fehler gewesen. Könnte ich es rückgängig machen, würde ich es tun. Nun war es leider raus.

Selbstverständlich versuchten die “Kollegen” das Ereignis mir gegenüber als “Missverständnis”, Irrtum oder “falsche” Auffassung nieder zureden. Doch die Gesamtsituation war klar. Die Rechtfertigungen eine Lüge.

Ich habe privat Niemandem von dieser Schmach erzählt, es war mir peinlich.”

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