Diskriminierung Homosexueller in Deutschland: Berichte I3 min read

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Obwohl Homosexuelle in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in der Gesellschaft akzeptiert werden und aus dem Schattendasein in das Licht der Öffentlichkeit traten, Rechte erhielten, wie Heirat, Steuerangleichung usw., treten allerdings versteckte Diskriminierungen im privaten und beruflichen Bereich der Betroffenen ein.

Bernd (Name geändert) berichtet über sein Erlebnis in einer Luftsicherheits-Schulung in Düsseldorf:

“Im Jahre 2010 nahm ich an einer Luftsicherheitsschulung für Kontrolleure am Flughafen teil. Zuvor hatte ich eine ähnliche Schulung bereits besucht, doch meine Zulassung lief ab, so dass ich eine neue Schulung absolvieren musste. Nun ist es so, dass man bei dieser Schulung auch lernt, einen Körper - getrennt nach Frauen und Männern - manuell nach gefährlichen Gegenständen abzusuchen, wobei auch scharf an der “verbotenen Zone” eines Mannes gegriffen werden muss.

Kurz, der gesamte Körper wird nach einem festgelegten System abgesucht, manuell und mit einer Sonde - Sie kennen dies vom Flughafen bei der Gepäckkontrolle.  So weit, so harmlos.

Schwule Luftsicherheits-Assistenten

Mit der Zeit bekommt man mit, welcher Teilnehmer homosexuell ist. Vielleicht, weil wir - es waren insgesamt drei schwule Teilnehmer - nichts dabei fanden, von einem Mann abgetastet zu werden, ich weiß es nicht. Für die Heteros war das Abtasten eine Katastrophe, für uns Drei absolut normal. Jedenfalls machten wir keinen Zeder darum wie die Heteros.

Jedenfalls wurde über uns Drei im Kreise unserer Kollegen getuschelt. Und dann erwischte es eines Tages mich. Ich hatte beim jedem Absuchen des Körpers peinlich darauf geachtet, möglichst nie in die Nähe der männlichen verbotenen Zone zu gelangen - allerdings kann dies nie garantiert werden, insbesondere dann, wenn ein verbotener Gegenstand genau an diesem Ort versteckt wurde (zum Beispiel in der Hosentasche). Dann muss man zupacken und sonden. Sie können sich dies vorstellen.

Die Heteros machten sich nun einen Spass daraus, sämtliche Gegenstände genau dort zu verstecken. Das Absuchen geschah festgelegt in der Reihenfolge, so dass jeder einmal der Kontrolleur oder der Passagier war. Jedesmal, wenn ich absuchte, fand ich genau dort die Gegenstände. Es wurde über mich laut gelästert, “... schau mal, der Schwule fast mich wieder an...!” etc. Es war grauenhaft.

“Ich will mich nicht von Homos betatschen lassen!” Insbesondere Türken waren schlimm. Sie müssen wissen, dass man - wie soll ich es beschreiben - bei “harten” oder “langen” Gegenständen, auch in dieser Zone, genau zugreifen muss, denn es könnte ein Totschläger etc. sein. Oder es handelt sich hierbei um einen biologischen Körperteil - auf jeden Fall  muss das kontrolliert werden. Soll heißen, man greift zu, betastet den Gegenstand. Was jedes Mal zum Theater der Heteros führte.

Mir machte das keinen Spass. Wir wurden niedergemacht, erniedrigt und bespuckt.

Um die Wochen durchzukriegen, sondeten wir Homosexuellen uns nun als Gruppe wechselseitig ab, was zum Grölen und Johlen der Anderen führte.

Die Frauen hatten dafür kein Verständnis. Wir wurden niemals Heteros gegenüber übergriffig, soll heißen, wir waren bemüht, aus der Situation irgendwie herauszukommen. Auch die Ausbilder fanden das Lästern über uns witzig, sorgten nicht für Ordnung.

Der Lehrgang glich für Homosexuelle einem Spießrutenlauf.

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