Diskriminierung Homosexueller in Deutschland: Arbeitsplatz3 min read

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Obwohl Homosexuelle in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend in der Gesellschaft akzeptiert werden und aus dem Schattendasein in das Licht der Öffentlichkeit traten, Rechte erhielten, wie Heirat, Steuerangleichung usw., treten allerdings versteckte Diskriminierungen im privaten und beruflichen Bereich der Betroffenen ein.

Thomas (Name geändert) schildert seine Erlebnisse auf seiner Arbeitsstelle:

“Mit der Offenbarung meiner sexuellen Identität auf dem Arbeitsplatz hatte ich mich zurückgehalten, denn für meine berufliche Laufbahn war mein Sexualleben nicht notwendig, es ist mein Privatleben. Ich hatte in der Vergangenheit in dieser Hinsicht sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Doch irgendwie bekamen es meine Kollegen spitz und ich wurde unfreiwillig geoutet. Und von da an war meine Arbeitsstelle der Horror!

Gartenabteilung

Ich arbeitete damals in einem Baumarkt, in der Gartenabteilung. Eine männliche Arbeit aus Sicht der Heteros. Sie kennen den Spruch: “Nur die Harten kommen in den Garten?” Hinter meinem Rücken hörte ich den Spruch - auf mich gemünzt:” Nur mit einem Harten kommt man in den Garten!” Toll, nicht? Meine “Kollegen” hatten nicht einmal den Mumm, in meiner Gegenwart Sprüche abzulassen, nein, es musste hinter meinem Rücken geschehen.

Oder: “In der Gartenabteilung darf man sich fortan nicht mehr bücken!”

Es war mir bewusst, dass ich hier keine Zukunft mehr hatte. Es wurde hinter meinem Rücken über meine sexuelle Identität Sprüche abgelassen, die “Kollegen” tuschelten, wenn ich den Raum betrat, wurde es schlagartig still, wenn ich ihn verließ und an der Türe lauschte, wurde über mich abgelästert. Ich bekam es persönlich mit. Eine Kollegin aus der Blumenabteilung informierte mich darüber, sie kam aus der Pause, ich sollte doch mal an der Türe des Aufenthaltes lauschen, was da über mich abgelästert würde.

Das Vertrauen war weg. Mit diesen “Kollegen” wollte ich nicht mehr arbeiten.

Der Hammer

Am Wochenende sollte die Betriebsfeier stattfinden. Da ich von auswärts kam, musste ich die Nacht über irgendwo übernachten. So fragte ich ohne Hintergedanken einige Kollegen, ob ich bei ihnen übernachten könnte. Einer meinte, seine Wohnung sei zu klein, bei einem Anderen war gerade vorgeblich Besuch und der Dritte wohne bei den Eltern (obwohl ich wusste, dass er eine eigene Wohnung hatte!). Kurz, die tollsten Ausreden. Das war nicht das Schlimmste. Ich blieb - auch angesichts der Entwicklung - zu Hause.

Am Montag war ich gerade in meiner Abteilung Haushaltswaren Preisschilder sortieren, als ich das Gespräch zwischen zwei “Kollegen” lauschte, die nicht wussten, dass ich hinter dem Regal arbeitete. Das war ungefähr so:” Der Schwule wollte bei mir übernachten, um mich zu befummeln!” Und: “Auch bei mir hatte er es versucht, das war eklig, alleine der Gedanke...!”

So dachten die lieben Kollegen über mich, was mich auch gar nicht überraschte.

Warum haben die Heteros Angst vor Schwule? Macht ihnen der Gedanke Angst, von einem Schwulen interessant gefunden zu werden? Dass nun sie als Objekt betrachtet werden und nicht die Frauen? Nun, wenn man hetero ist, sagt man das dem Mann, dieser entschuldigt sich und die Sache ist erledigt.

Es ist doch ein Kompliment für einen selber, wenn man auch interessant auf das gleiche Geschlecht wirkt! Man klärt das Missverständnis dem Interessenten gegenüber auf und die Sache ist erledigt. Auch Frauen verfahren so einem Mann gegenüber.

Warum denken die Hetero, dass Homosexuelle sie befummeln würden? Weil die Rollen auf einmal vertauscht werden. Die männliche Rollenverteilung ist nun einmal, dass Männer Frauen erobern. Und nun wäre ein Mann im Hause, der den Mann erobert. Das kriegen sie im Kopf nicht gebacken. Dass es in der Realität nicht vorkommt, schnallen sie nicht.

Ich wollte nur einen Übernachtungsplatz für eine Nacht. Punkt. Mir war bewusst, dass die “Kollegen” auf Frauen stehen. Zumal die sexuelle Identität hier auch nicht primär war. Ich hatte einen Kollegen gefragt, ob er einen Kollegen übernachten ließ - nichts weiter.

Ich war dann noch einige Wochen dort, ich hatte nach diesem Montag heimlich eine neue Arbeitsstelle gesucht. Doch der Arbeitgeber war schneller, er verlängerte die Probezeit nicht weiter. Offiziell, weil mein Arbeitsplatz aufgrund der Kosteneinsparung gestrichen wurde. Doch inoffiziell war mir der wahre Grund bewusst.”

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