Weil sie Deutsche sind – Die Versenkung der “Gustloff”7 min read

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Diese Zeilen zu schreiben, fällt mir sehr, sehr schwer. Ich denke hierbei an die letzten Sekunden der wehrlosen Kranken, als ihnen gewahr wurde, dass sie nun im eisigen Wasser der Ostsee ertrinken werden. Ohne Hoffnung auf Rettung. An diesem Tag konnten nur 1200 Kranke, Frauen, Kinder und Alte aus den eisigen Fluten der Ostsee gerettet werden. 9.000 andere Passagiere der “Gustloff” fanden bei diesem niederträchtigen russischen Torpedo-Angriff auf ein deutsches Lazarett-Schiff den eisigen See-Tod.

Sie waren Versehrte. Verletzte deutsche Soldaten, die auf dem letzten Schiff Richtung Westen gerettet werden sollten. Wie tausende Flüchtlinge aus dem Osten Deutschland.  Die “Gustloff” war das letzte Schiff Richtung Sicherheit.

Operation “Hannibal”

  1. Millionen Deutsche flüchten Richtung Westen, die russische Armee liegt ihnen im Nacken. Frauen und Kinder gehen das tödliche Wagnis ein, über die vereiste, eiskalte Ostsee Richtung Westen, nach Dänemark, zu flüchten. Es war eisig kalt, es herrschte ein eiskalter Wind, viele brachen in dem Eis ein oder erfroren auf der Eisfläche.

Unter den Millionen Flüchtlingen, die in Gotehafen ihre letzte Rettung fanden, waren auch tausende Kriegsverletzte, Soldaten aus dem Ostkrieg, die zu schwach für einen ungewissen Fußweg waren und für die es keine andere Rettung als der Seeweg gab.

Admiral Dönitz, der letzte Reichspräsident, organisierte jedes seetüchtige Gefährt, das nur irgendwie schwamm, um die Millionen Deutschen nach Dänemark oder ins Reichsgebiet zu verfrachten. Alles, was schwamm, war im Einsatz. Darunter auch die KDF-Kreuzfahrtschiffe, die nun völlig überladen, die Millionen Flüchtlinge Richtung Westen beförderten. Der Transport über die Ostsee war gefährlich, denn U-Boote versenkten die Schiffe dutzendweise.

Die “Gustloff”

Am 30.01.1945, gegen 13:10 h, war sie die Rettung der verzweifelten Menschen in Gotenhafen - denn sie war das letzte Schiff. Die Russen kamen näher, Gotenhafen konnte nicht länger gehalten werden. Hinzu kam das Kohleproblem. Die “Gustloff” war eindeutig als Lazarettschiff gekennzeichnet. Alle deutschen verletzten Soldaten am Kai wurden in das Schiff regelrecht gepresst. Dann folgten die Flüchtlinge. An die 10.000 verzweifelte Verletzte, Frauen, Greise und Kinder stürmten auf das Schiff.

Um 13.10 legte sie in Gotehafen ab. Richtung Westen. Millionen Flüchtlinge blieben zurück, wehrlos den Russen ausgeliefert.

Gegen 21:45 h wurde sie von vier russischen Torpedos getroffen und sank binnen einer Stunde. Deutsche Schiffe eilten auf ihren Notruf hin zu der Untergangsstelle und konnten nur knapp 1300 Schiffbrüchige bergen. Über 9000 hilflose Deutsche ertranken

Wir gedenken heute diesen Opfern:

Die Versenkung

Nach dem Durchbruch der Roten Armee an der Ostfront wurden zu Beginn des Jahres 1945 viele Menschen in Ostpreußen von den Fluchtmöglichkeiten abgeschnitten, deren frühzeitige Evakuierung durch Gauleiter Erich Koch verzögert worden war. Nun wurde das Unternehmen „Hannibal“ angeordnet, in dessen Rahmen 2,5 Millionen Menschen – Zivilisten wie Soldaten – vorübergehend in den westlichen Teil des Reiches evakuiert werden sollten. Daran sollte sich auch die „Wilhelm Gustloff“ beteiligen.

Am 30. Januar 1945 gegen 13.10 Uhr legte sie mit nur leichtem Geleitschutz und schätzungsweise über 10.000 Menschen an Bord in Gotenhafen ab. Die genaue Anzahl der Passagiere und Besatzungsmitglieder ließ sich nie mit letzter Sicherheit feststellen, da ihre Flucht überhastet erfolgte. Offiziell registriert wurden 7.956 Menschen. Nach Ende der offiziellen Zählung drängten aber noch ungefähr 2.500 weitere Passagiere an Bord. Insgesamt dürften sich auf der „Wilhelm Gustloff“ rund 10.300 Menschen befunden haben: etwa 8.800 Zivilisten, davon eine große Anzahl Kinder, sowie etwa 1.500 Wehrmachtsangehörige, darunter 162 Verwundete, rund 340 Marinehelferinnen und 918 Marinesoldaten der 2. U-Boot-Lehrdivision, die von Kiel aus erneut in den Kriegseinsatz gehen sollten.

Vier Kapitäne befanden sich während der letzten Fahrt der „Wilhelm Gustloff“ an Bord. Sie kannten zwar die drohende Gefahr durch sowjetische U-Boote, konnten sich aber nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Der militärische Kommandant, Korvettenkapitän Wilhelm Zahn, schlug vor, abgedunkelt durch flache Küstengewässer zu fahren, in denen U-Boote nicht operieren konnten. Er setzte sich jedoch nicht gegen Kapitän Friedrich Petersen durch, der sich angesichts der Überladung des Schiffes für eine Route durch tiefes Wasser entschied.

Ein vorgeblicher Funkspruch der Kriegsmarine veranlaßte ihn zudem, Positionslichter zu setzen, um die Kollisionsgefahr mit einem angeblich entgegenkommenden Minensuchgeschwader zu verringern.

Zitat: Der Funkspruch habe besagt, „daß ein Minensuchgeschwader entgegen kommt und aus Sicherheitsgründen sollen Positionslichter gesetzt werden.“ ... „Ich bin dann auf die Brücke und habe mal gefragt: Das geht doch nicht, daß die da einen Funkspruch senden und wir sollen Lichter setzen. Hat der Kapitän gesagt: Kümmern sie sich um Ihre Sachen!“. [1] Daher war das Schiff auch in der Dunkelheit auszumachen. Tatsächlich befand sich kein Minensucher auf Gegenkurs zur „Gustloff“. Grund und Herkunft des Funkspruches konnten bis heute nicht geklärt werden.

Auf der Höhe von Stolpmünde wurde die „Wilhelm Gustloff“ gegen 21 Uhr von dem sowjetischen U-Boot S 13 gesichtet, das vor der Danziger Bucht in Lauerstellung lag. Um 21.16 Uhr ließ der Kommandant von S 13, Alexander Iwanowitsch Marinesko, aus etwa 700 Metern Entfernung vier Torpedos abfeuern. Ein Torpedo klemmte, drei trafen die „Wilhelm Gustloff“ am Bug, unter dem E-Deck und im Maschinenraum. Das Schiff sank in etwas mehr als einer Stunde gegen 22.15 Uhr etwa 23 Seemeilen von der deutschen pommerschenKüste entfernt.

Rettungsversuche

Herbeieilende Schiffe konnten nur 1.252 Menschen retten, darunter alle vier Kapitäne und den bekannten Marinemaler Adolf Bock. Das Torpedoboot „Löwe“, das die „Gustloff“ begleitet hatte, barg 252, das Flottentorpedoboot T 36 mit Kommandant Kapitänleutnant Robert Hering weitere 564 Überlebende aus Booten und von Flößen und aus dem Wasser. T 36 wurde während der Rettungsaktion ebenfalls von S 13 angegriffen, wehrte sich aber mit dem Einsatz von Wasserbomben, woraufhin das sowjetische U-Boot abdrehte. Das Minensuchboot M 341 rettete 37, der Marinetender TS II 98, das Minensuchboot M 375 43 und der Frachter Göttingen 28 Menschen. Zwei wurden in den Morgenstunden von dem Frachter Gotenland geborgen, sieben von dem Torpedofangschiff TF 19, einer vom Vorpostenboot Vp 1703.

Mit ungefähr 8.800 bis 9.300 Toten ist der Untergang der „Wilhelm Gustloff“ bis heute die größte Katastrophe der Seefahrtsgeschichte.

Nur wenige Minuten nach den Torpedotreffern passierte der schwere Kreuzer „Admiral Hipper“ die sinkende „Wilhelm Gustloff“. Da ein U-Boot längere Zeit zum Nachladen braucht, konnte die „Admiral Hipper“, das größte Kriegsschiff in der Ostsee, ohne Probleme Kiel erreichen. Der Kapitän der „Hipper“ entschied sich jedoch dafür, nicht anzuhalten und an der Bergung der Schiffbrüchigen nicht teilzunehmen. Seine Begründung, man habe Torpedospuren gesehen und daher nicht angehalten, wurde später angezweifelt. Wie Heinz Schön, der damalige Zahlmeister auf der „Gustloff“ 1990 auf einem Kongreß mit russischen Veteranen erfuhr, war S-13 (Marinesko) nach dem Angriff auf die „Gustloff“ nicht mehr gefechtsbereit und ein anderes U-Boot nicht in der Nähe. Ein vierter Torpedo hatte sich im Rohr verklemmt. Das Boot mußte auftauchen und über Wasser den Schaden beheben. Nach Aussage Schöns erklärt dies die zunächst seltsam anmutenden Berichte von Überlebenden, sie hätten einen U-Boot-Turm mit einem Hammer-und-Sichel-Emblem gesehen.

Meldung über den Untergang unserer „Gustloff“:

Die Opfer

Das Schwimmbad auf der Gustloff, in dem ein Großteil der Marinehelferinnen einquartiert war und in dem sie den Tod fanden

Das besonders Schreckliche am Untergang der „Gustloff“ ist die hohe Anzahl der Opfer bei ihrer Versenkung. Zu ihr trugen folgende Umstände bei: Um eine planlose Flucht und damit den Ausbruch einer Panik zu verhindern, wurden etwa 1.000 Menschen in den Wintergarten des Schiffes beordert.

Als das Schiff sank, mußten sie feststellen, daß die Fenster des Wintergartens aus Panzerglas bestanden und jedes Entkommen verhinderten. Ein Großteil der Marinehelferinnen an Bord wurde aus Platzgründen im umfunktionierten Schwimmbad einquartiert.

Ein Torpedovolltreffer traf diesen Bereich und machte ein Entkommen unmöglich. Weiterhin verfügte die „Wilhelm Gustloff“ nicht annähernd über genügend Rettungsboote. Etliche waren in Gotenhafen von Bord gebracht worden, um sie zur Vernebelung des Hafens einzusetzen. Sie wurden durch kleinere Ruderboote ersetzt, die rasch überfüllt waren.

Da in der Nacht des Unterganges Temperaturen von etwa −20 Grad Celsius herrschten, waren die vorhandenen Boote zudem vereist und konnten in der Eile nicht mehr in voller Zahl seeklar gemacht werden.

Opferzahlen

Offiziell wurden 7.956 Menschen registriert, nach Ende der offiziellen Zählung drängten aber noch ungefähr 2.500 bis 4.000 weitere Passagiere an Bord. Insgesamt dürften sich auf der „Wilhelm Gustloff“ rund 10.500 bis 12.000 Menschen befunden haben: etwa 9.000 bis 10.500 Zivilisten, davon eine große Anzahl Kinder, sowie etwa 1.500 Angehörige der Wehrmacht, darunter 162 Verwundete, rund 340 Marinehelferinnen und 918 Marinesoldaten der 2. U-Boot-Lehrdivision.

Nach offiziellen Zahlen fielen dem Kriegsverbrechen 9.343 Personen zum Opfer (schon am 21. Februar 1945 hatte die Presse in Gotenhafen 9.000 Tote festgestellt[2]), darunter 5.000 Kinder. Andere Schätzungen beziffern die Toten der „Wilhelm Gustloff“ auf bis zu 11.000 Menschen. 1.252 Personen wurden gerettet, 13 starben jedoch bald darauf an den Folgen der sowjetischen Barbarei.

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